Einleitung

Mit dem Pariser Klimaabkommen haben sich weltweit die meisten Staaten ehrgeizige Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen gesetzt, um den Klimawandel einzudämmen. Europa soll bis 2050 der erste Kontinent werden, der nur noch unvermeidbare Treibhausgase ausstösst und diese wenigen Emissionen zudem vollständig ausgleicht. Auch die Schweiz will bis 2050 netto keine Treibhausgase mehr ausstossen.

Der Energieverbrauch und die Stromproduktion sind Schlüsselfaktoren zur Erreichung der globalen Klimaziele. Nur mit einer dekarbonisierten Energieversorgung kann es gelingen, die Herausforderung des Klimawandels erfolgreich zu adressieren.

2020 hat die COVID-19-Pandemie die Menschheit vor eine epochale Herausforderung gestellt. Gesellschaft und Wirtschaft waren auf allen Ebenen gefordert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat Ende November 2020 in seiner dritten Auflage der nationalen Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» die beiden grössten Risiken definiert: Strommangellage und Pandemie. Beide Szenarien bergen hohes volkswirtschaftliches und gesellschaftliches Schadenpotenzial bei gleichzeitig relativ hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Als eine der grössten Stromproduzentinnen der Schweiz ist sich Alpiq ihrer unternehmerischen Verantwortung in Bezug auf die Versorgungssicherheit bewusst. Im Rahmen des umfassenden Business-Continuity-Managements hat Alpiq frühzeitig Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus im Unternehmen zu verhindern, Mitarbeitende und ihre Angehörige zu schützen und das operative Geschäft jederzeit aufrecht zu erhalten – auch mit Blick auf ihren Beitrag zur Wahrung der Stromversorgungssicherheit. Alpiq hat die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie bisher gut gemeistert.

Klimaschutz und Versorgungssicherheit sind fester Bestandteil des Unternehmenszwecks (Purpose) von Alpiq. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben 2020 gemeinsam den Unternehmenszweck geschärft und sich dazu verpflichtet, diesen auch zu leben: Unser nachhaltiges Energiegeschäft trägt zu einem besseren Klima bei und verbessert die Versorgungssicherheit. Abgeleitet aus dem Purpose haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung 2020 die Unternehmensstrategie überprüft.

Alpiq ist ein europäisches Unternehmen mit Schweizer Wurzeln

Alpiq verfolgt ein nachhaltiges, finanziell solides und risikoadjustiertes Geschäftsmodell und verfügt über ein solides Fundament. Das robuste Geschäftsmodell basiert auf dem Betrieb und der Vermarktung von hochflexibler Schweizer Wasserkraft, Schweizer Kernenergie, flexiblen Gas-Kombikraftwerken in Italien, Spanien und Ungarn sowie Wind- und Photovoltaikanlagen in mehreren europäischen Ländern. Auf dieser idealen Grundlage und mit ihrem Energie-Know-how optimiert Alpiq ihr Geschäft durch den Betrieb von Anlagen Dritter und der Vermarktung des dort produzierten Stroms, durch ihr europäisches Energiehandelsgeschäft sowie den Energie-Direktvertrieb an Geschäftskunden in Europa.

Basierend auf dem erfolgreichen Kerngeschäft und zur Optimierung des Portfolios in Bezug auf Risikotragfähigkeit und Rentabilität, wird Alpiq den Energiehandel und den Energievertrieb an Geschäftskunden weiter ausbauen. Ausserdem investiert Alpiq gezielt in die Flexibilisierung bestehender Stromproduktionsanlagen und wird vermehrt Anlagen Dritter betreiben und deren Strom vermarkten, insbesondere im Bereich der neuen erneuerbaren Energien. Der Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen und Anwendungen hat dabei hohe Priorität.

Als Konsequenz des 2020 geschärften Purpose rückt bei Alpiq das Thema Nachhaltigkeit weiter in den Fokus. Schon bisher tätigte Alpiq Geschäfte weitestgehend unter Berücksichtigung von ESG-Standards – E steht für Umwelt, S für Soziales und G für eine gute Unternehmensführung. Bestehende und künftige Geschäfte von Alpiq sollten möglichst nachhaltigen Wert für ihre Stakeholder schaffen. Neu stellt Alpiq hiermit erstmalig in einer Übersicht dar, welche wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Werte das Unternehmen für seine Interessensgruppen nachhaltig schafft.

Diese erste Übersicht zum Thema Nachhaltigkeit orientiert sich teilweise am Standard der Global Reporting Initiative (GRI). Alpiq verweist ganz am Schluss auf die GRI-Standards gemäss GRI-Index. Ein Projektteam mit Experten aus der gesamten Alpiq Gruppe definierte die internen und externen Stakeholder und wählte aus einer langen Liste die Themen aus, die sowohl für Alpiq als auch für die relevanten Stakeholder als wesentlich qualifiziert wurden.

In Zukunft wird Alpiq einen Nachhaltigkeitsbericht in Übereinstimmung mit der Option Kern des GRI-Standards erstellen. Dabei wird Alpiq über weitere wesentliche Themen und GRI-Standards berichten, die Inhalte der Offenlegung erweitern und Dialoge mit den definierten Stakeholdern führen. Der Umfang dieser Übersicht beschränkt sich im Grundsatz auf die vollkonsolidierten Einheiten der Alpiq Gruppe. Alpiq besitzt direkte Beteiligungen an Schweizer Kernkraftwerksgesellschaften und indirekte Beteiligungen an ausländischen Kernkraftwerksgesellschaften, die jedoch nicht vollkonsolidiert sind. Weil das Thema für die Alpiq Gruppe aber von grosser Bedeutung ist, wird die Thematik der Kernkraftwerke dennoch dargestellt.

Diese Übersicht zum Thema Nachhaltigkeit bildet einen integralen Bestandteil des Geschäftsberichts der Alpiq Holding AG.

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